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Umrüstung Monolever auf Speichenfelgen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Bauer, Alexander   
Mittwoch, 7. Juni 2006

Umrüstung Monolever auf Speichenfelgenmnlvrspchn_04.jpg

Seit einigen Jahren bin ich mit dem Gedanken schwanger gegangen meinen Monolever auf Speichenräder zu stellen, da mich das Aussehen der Y-Gußräder nie wirklich begeistert hat. Diesen Winter / Frühjahr habe ich meinen Gedanken Taten folgen lassen.

 




Idee mnlvrspchn_05.jpg

Man nehme einen Satz Speichenräder einer anderen BMW und passe diese an den Monolever an. Damit ist die wesentliche Frage implizit gestellt: Welche Speichenräder eines anderen BMW Modells passen halbwegs problemlos an einen Monolever?

Auswahl der Räder

BMW hat im Laufe der Jahre etliche Modelle mit Speichenrädern ausgeliefert Angefangen bei /5, /6, /7, G/S, ST über die Paralever Modelle (R80R, R100R, R80GS, R100GS) bis hin zu den aktuellen 4V-Boxern.

Mit möglichst wenig Anpassungsproblemen habe ich bei den Paralevern insbesondere bei den Straßenmodellen R80R und R100R gerechnet.

Die R100R hat ein Vorderrad mit 18 Zoll (wie der Monolever) und ein 17 Zoll Hinterrad (Monolever 18 Zoll!). Ursprünglich dachte ich, daß lediglich das Hinterrad auf den Endantrieb angepaßt werden muß und ich den fehlenden Zoll Durchmesser einfach durch einen passenden Hinterreifen ausgleichen kann.

Die Entscheidung fiel daher auf einen Satz Kreuzspeichenräder von einer R100R.

Vorderrad

Der Einbau des Vorderrads ging wie erwartet problemlos über die Bühne. Die Vorderradachse hat den gleichen Durchmesser und auch die Nabe besitzt eine Breite, die es erlaubt, die Bremsscheiben durch passende Unterlegscheiben auszudistanzieren. Der erste Teil des Umbaus war geschafft.mnlvrspchn_03.jpg

Hinterrad

Die Nabe muß auf den Endantrieb des Monolevers angepaßt werden. Was anzupassen ist, sieht man recht deutlich, wenn man beide Hinterradfelgen nebeneinander legt. Der „Stumpf“ in der Paraleverfelge muß um ca. 21mm abgefräst / abgedreht werden und ein Absatz genauso wie in der Monoleverfelge angebracht werden. Vor dem fräsen / drehen unbedingt das Maß überprüfen!

Wer etwas zuviel Material abgenommen hat, kann dies durch Distanzscheiben, die es bei BMW in unterschiedlichen Maßen gibt, ausgleichen. Lieber einmal zuviel anpassen bzw. nachmessen als hinterher mit zwei oder drei Distanzscheiben bei jedem Reifenwechsel rumfuhrwerken! mnlvrspchn_01.jpg

Die Hinterradfelge sollte nun auf den Endantrieb passen. Zur Befestigung der Felge müssen die Schrauben des Monolevers gekürzt werden. Ich habe meine Schrauben um ca. 6mm gekürzt. Das Maß kann man recht gut am Endantrieb abnehmen (Gewindelänge / Tiefe der Bohrung).

Zur Befestigung der Felge müssen „Kegel“ vom Paralever (R100R oder R100GS) mit den gekürzten Schrauben des Monolevers verwendet werden. Die „Kegel“ von Monolever und Paralever sind unterschiedlich!

Als ich die Felge mitsamt Reifen montiert habe, mußte ich leider feststellen, daß der aufgezogene 130er Hinterreifen nicht durch die Schwinge paßt. Ich habe zwei Möglichkeiten gesehen:

  • Suche eines extrem schmalen 130er Hinterreifens
  • Umspeichen der Felge (weiter nach links)

Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Da durch das abfräsen der ursprüngliche Spurversatz der R100R  komplett entfernt wurde (Felge hatte im Monolever 0mm Spurversatz), habe ich die Felge 10mm nach links speichen lassen.

Reifen

Damit der Unterschied zwischen 17 und 18 Zoll Hinterrad (fast) komplett ausgeglichen wird, bietet sich als Hinterreifen ein 130/90-17 Reifen an. Der Unterschied im Radumfang des Serien 120/90-18 und des 130/90-17 beträgt ca. 1 Prozent. Es wird keine Anpassung am Tacho benötigt!

Dazu „paßt“ entweder ein 100/90-18 oder 110/80-18 Vorderreifen. Letztere Größe ist die Seriengröße der R100R.

Die Kombination 100/90-18 als Vorderreifen mit 130/90-17 als Hinterreifen gab es seitens BMW bei den K75 in Serie. Passende Reifen in diesen Größen lassen sich bei allen Anbietern finden.

Benötigte Teile / durchgeführte Arbeiten

Im wesentlichen werden die folgenden Teile benötigt bzw. die folgenden Arbeiten wurden durchgeführt:

  • Ein Satz Kreuzspeichenräder einer R100R oder R80R
  • Anpassen der Hinterradfelge (abfräsen / abdrehen)
  • Kürzen der Befestigungsschrauben des Monolevers
  • „Kegel“ des Paralevers
  • Evtl. Distanzscheiben um Hinterrad auszudistanzieren
  • Umspeichen des Hinterrades (10mm nach links)

Preise

Leider können zu den Preisen keine genauen Angaben gemacht werden.

Im schlimmsten Fall sind mit Kosten in der Größenordnung von 1.500 € zu rechnen:

  • ca. 1.000 € für den Radsatz (neu)
  • ca. 200 € für das umspeichen (umbohren der Felge, neue Speichen, neue Nippel, einspeichen, zentrieren)
  • ca. 150 € für die Anpassung der Hinterradfelge

TÜV

Es besteht die Möglichkeit, daß der Umbau im Rahmen einer Einzelabnahme durch den TÜV-Prüfer eingetragen wird. Der Eintrag könnte z.B. folgendermaßen lauten: „auch genehmigt 130/90-17 65H auf Speichenrad 2,50*17

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 21. Juni 2008 )
 
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